Rückblick 2006:



Dillmann Kunstmarkt
– die Dillmann Stiftung präsentiert 22 junge Künstler der Region
Ort: Sporthalle des Dillmann-Gymnasiums, Forststraße 43, Stuttgart-Mitte
Zeit: Sa 25.11.06 und So 26.11.06, jeweils 11-20 Uhr
Vernissage: Sa 25.11.06, 11 Uhr
Weitere Infos und Bilder: www.dillmann-stiftung.de und www.makaufzack.de/dillmann.html

Es soll ja immer noch Zeitgenossen geben, die Angst vor der angeblich so hehren zeitgenössischen Kunst haben und eine passive, stillschweigende Rezeption als die einzige adäquate Form der Kunstannäherung ansehen. Gut, dass es den „Dillmann-Kunstmarkt“ gibt! Wer im letzten Herbst auf dem „Dillmann-Kunstmarkt“ war und die anwesenden Künstler kennen gelernt hat, hat garantiert einige Vorurteile ad acta gelegt – auch das Vorurteil, dass anspruchsvolle zeitgenössische Kunst nur etwas für dicke Geldbeutel ist, oder dass sich eine Turnhalle nicht für Ausstellungen eignet. Die Dillmann-Stiftung, die von ehemaligen Schülern des Stuttgarter Dillmann-Gymnasiums gegründet wurde, hat mit Unterstützung der Kunstvermittler Marko Schacher und Mario Strzelski eine zeitgemäße, reizvolle Präsentationsform gefunden, welche auf die Räumlichkeiten eingeht. Mit einem Teil des Erlöses wird der Bau der neuen Aula unterstützt, in der voraussichtlich ab nächstem Jahr Vorträge, Aufführungen und Ausstellungen in ansprechendem Rahmen stattfinden können.

Aufgrund des großen Erfolgs des letztjährigen „Dillmann Kunstmarkts“ findet die zweitägige Verkaufsausstellung dieses Jahr wieder statt. Bis auf neun Künstler wurde die gesamte „Mannschaft“ ausgewechselt. Auch dieses Mal wohnen, arbeiten oder studieren alle 22 eingeladenen Künstlerinnen und Künstler aus der Region Stuttgart.

Mit Yi Sun und Sangho Park, die beide an der Stuttgarter Kunstakademie studieren und dort mit ihren Exponaten auf den letzten „Sommerausstellungen“ für Aufsehen sorgten, sind diesmal auch zwei Vertreter des asiatischen Raums vertreten. Yi sun wird ihre poetisch aufgeladenen Buchobjekte aus Glas zeigen, während Sangho Park seine als Filmkulissen verfremdeten Stadtansichten präsentiert. Mit den abstrakten Metallplastiken von Manuela Tirler, den zwischen Natur- und Kunstprodukt changierenden Boden- und Wandarbeiten von Matthias Lutzeyer und den figürlichen Skulpturen von Thomas Putze wurde der vermehrten Nachfrage nach plastischen Werken Rechnung getragen. Thomas Putzes Skulpturen eröffnen zudem einen reizvollen Dialog zur Dillmann-Turnhalle, da sie verschiedenen Sportarten in grob behauenen Holzfiguren ein Denkmal setzen.

Mit den Exponaten von Marc Dittrich, Peter Franck, Andreas Körner, Eva Schmeckenbecher, Kirsten Perleberg und Sangho Park ist auch die Spannbreite der Foto-Kunst repräsentativ auf dem Kunstmarkt vertreten. Franziska Schemel kombiniert Fotografien mit Acrylfarbe und Holz zu reizvollen Bildobjekten. Nele Knatz, Isabell Kamp und Toni Winkelmann, drei junge Wilde der Stuttgarter Kunstakademie, überprüfen Andy Warhols Devise „Anything Goes“ auf ihre Gültigkeit für die Malerei des 21. Jahrhunderts. Die als Künstlertruppe kübe agierenden Künstlerinnen Katrin Kinsler und Julia Wenz loten – wie auch Jens Andres – mit ihren Arbeiten die Grenzen zwischen Malerei und Installation aus. Wolfgang Flad, Veit Heller, Hartmut Landauer, Denise Moriz und Clemens Schneider ergründen in ihren Arbeiten die Grenzen zwischen figürlicher und abstrakter Darstellung – und zwischen Malerei und Relief.

Ein Großteil der Künstler wird extra für die Ausstellung spezielle Werke oder Auflagen schaffen und wird während des zweitägigen Kunstmarkts vor Ort anwesend sein. Da viele Kunstwerke unter 500 Euro angeboten werden, ist der Dillmann-Kunstmarkt speziell für Weihnachtsmänner (und die, die es werden wollen) ein heißer Tipp! Also: Augen und Brieftaschen auf!

Eines ist sicher: So bunt und abwechslungsreich war das Geschehen in der Turnhalle des Dillmann-Gymnasiums noch nie, egal wie zusammengewürfelt die Schulklassen oder Mannschaften auch waren, die dort trainiert haben. Und gewinnen tun beim Kunstmarkt alle: Künstler und Besucher!

Marko Schacher


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