Rückblick 2007:

Es soll ja immer noch Mitmenschen geben, die eine passive, stillschweigende
Rezeption als die einzige adäquate Form der Kunstannäherung ansehen.
Gut, dass es den Dillmann-Kunstmarkt gibt! Wer in den letzten beiden Jahren
auf dem Dillmann-Kunstmarkt war und die anwesenden Künstlerinnen und Künstler
kennen gelernt hat, hat garantiert einige Vorurteile ad acta gelegt –
auch das Vorurteil, dass anspruchsvolle zeitgenössische Kunst nur etwas
für dicke Geldbeutel ist.
Mit einem Teil der Verkaufserlöse der letzten beiden Jahre wurde der Bau der neuen Aula unterstützt, in welcher der Dillmann-Kunstmarkt dieses Jahr zum ersten Mal stattfindet. Auch hier hat die Dillmann-Stiftung, die von ehemaligen Schülern des Dillmann-Gymnasiums gegründet wurde, mit Unterstützung der beiden Kunstvermittler Marko Schacher und Mario Strzelski, wieder eine zeitgemäße, reizvolle Präsentationsform gefunden, welche auf die Räumlichkeiten eingeht.
Aufgrund des großen Erfolgs der beiden letzten Kunstmärkte findet die zweitägige Verkaufsausstellung dieses Jahr wieder statt. Bis auf zehn Künstler wurde die gesamte „Mannschaft“ ausgewechselt. Um die Spannbreite der Exponate zu vergrößern wurden die internen "Statuten" – das Alter und den Arbeitsort betreffend – etwas gelockert. Dennoch wohnt, arbeitet und/oder studiert ein Großteil der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler in der Region Stuttgart.
Mit Yi Sun und Sangho Park, die beide an der Stuttgarter Kunstakademie studieren, sind wieder zwei Vertreter des asiatischen Raums vertreten. Yi Sun wird ihre poetisch aufgeladenen Buchobjekte aus Glas zeigen, während Sangho Park seine als Filmkulissen verfremdeten Stadtansichten präsentiert. Mit den zwischen Figuration und Abstraktion changierenden Plastiken von Uli Gsell, Manuela Tirler, Thomas Putze und Birgit Rehfeldt wurde der vermehrten Nachfrage nach plastischen Werken Rechnung getragen. Mit den poetischen Multimedia-Arbeiten von Annerose Wald sind erstmals die Neuen Medien vertreten.
Mit den Exponaten von Marc Dittrich, Franziska Heyder, Andreas Körner, Eva Schmeckenbecher, Kirsten Perleberg und Sangho Park sind auch Teilnehmer des diesjährigen Stuttgarter Fotosommers repräsentativ auf dem Dillmann-Kunstmarkt vertreten. Die "jungen Wilden" Johannes Einfalt, Friederike Just, Nele Knatz, Felix Stumpf und Lotta Weigl überprüfen Andy Warhols Devise „Anything Goes“ auf ihre Gültigkeit für die Malerei des 21. Jahrhunderts. Nina Müller, Tobias Ruppert und Martin Schmid loten die Übergänge zwischen zweidimensionaler „Flachware“, Wandrelief und Skulptur aus. Und Ronald Franke und Hartmut Landauer (neben Dittrich, Knatz, Körner, Perleberg, Schmeckenbecher und Tirler der einzige Künstler, der das dritte Mal dabei ist) ergründen die Grenzen zwischen Malerei und Architektur.
Ein Großteil der Künstler
wird extra für die Ausstellung spezielle Werke oder Auflagen schaffen und
wird während des zweitägigen Kunstmarkts vor Ort anwesend sein. Da
viele Kunstwerke unter 500 Euro angeboten werden, ist der Dillmann-Kunstmarkt
speziell für Weihnachtsmänner (und die, die es werden wollen) ein
heißer Tipp!
Also: Augen und Brieftaschen
auf!
Marko Schacher
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